1970 erscheint eine erste Müller-Biographie von Dr. Josef Mayr-Kern, der bei seiner brieflichen Recherche vom Herzogsdorfer Pfarrer folgende Antwort erhält: 

Habe nur in den Matrikelbüchern seine Spur entdeckt. Die Leute, die damals Kinder waren, sind auch schon sehr alt und wissen nichts mehr. Man darf ja nicht vergessen, dass Müller damals noch nicht diese Berühmtheit war wie heute. Auch haben die Bauern auf dem Land für geistige Berühmtheiten überhaupt kein Verständnis.

 

Da hat sich einiges grundlegend geändert, vor allem in seiner Heimatgemeinde Dimbach.

Fotowand im Franz Xaver Müller Haus

Das Treffen mit Pfarrer Johann Bernecker im Spätherbst 1906 ist Teil eines manchmal beschwerlichen Ausfluges nach Dimbach. Mit Schiff oder Zug nach Grein, daraufhin „Mit dem Wagerl in die Aumühle und dann weiter zu Fuß nach Dimbach.“

Beim jährlichen Kuraufenthalt in Unterberg unternimmt die sogenannte „Linzer Platte“, zu der auch Franz Xaver Müller und einige Lehrerinnen gehören, einen Ausflug nach Maria Zell. Müller wird dabei für Bundeskanzler Prälat Ignaz Seipel gehalten

Müller leitet ab 1924 die wöchentlichen Domchorproben, Mittwoch um 6 Uhr abends im Mesnerhäusl in der Baumbachstraße – ein dumpfes muffiges Lokal. Er  begleitet selbst am Klavier und singt, wenn es sein muss jede Stimme.

Müller studiert 1898 bei Venatius Wöss in Wien. Zur Fahnenweihe der katholischen Studenverbindung „Kürnberg“ 1904 in Linz  dichtet er: Kampf ist unser Losungswort. Kraft und Mut des Sieges Hort. Selbst im Sterben singen wir, Kürnberg, Kürnberg sei´s Panier!

Am 19. Oktober 1938 heiraten im Linzer Dom Marielene Meiß von Teuffen und John Reginald Critchley. Beim anschließenden Frühstück geben sich auch die adeligen Familen Goeß, Sprinzenstein und Hohenbühel die Ehre.

Der Arbesbacher Ferdinand Kitzler kommt 1890 nach Dimbach und heiratet

die Kaufmannswitwe Rosina Höflinger. Er vermarktet aktiv die „Dimbacher Schecken“ und ist bei Feuerwehr und Vorschusskassenverein eine der tragenden Säulen im Ortsgeschehen.

Franz Xaver Müller studiert 1895 in Gmunden bei Hans Habert. Der Pfarrhof ist ihm Quartier und die dort tätigen Priester sind seine angenehme Gesellschaft. Spitznamen: „Fleischhacker Franzl“, „Canonicus“ und „Heiliger St. Florian“ sind auf der Rückseite der Fotografie verewigt.

Als Müller 1886 die 5. Klasse des Jesuitenkollegs am Linzer Freinberg besucht, schreibt seine Mutter: Mein lieber Franz, sing nur recht brav, lerne und bete fleißig. Vergiss auf deine Eltern und Geschwister nicht, dass du sie in dein Gebet einschließt.

Anfänglich gehören fünf Sängerknaben, drei Damen, 15 Herren und 8 Instrumentalisten zum Chorpersonal in St. Florian.  Bei besonderen Anlässen werden Instrumentalisten des Linzer Musikvereines und Sänger*Innen aus der näheren Umgebung herangezogen.